Meinung
Meine Erfahrung mit einem E-Auto.
Datum
24. Januar 2026
Zurzeit arbeite ich an einem Projekt, für das ich mehrmals pro Woche zum Kundenstandort fahren muss. Das bedeutete eine Strecke von 320 km (Hin- und Rückfahrt). Anfangs entschied ich mich dafür, mein eigenes Auto (Diesel) zu nutzen, aber im Laufe der Wochen wurde diese Option zunehmend komplizierter. Deshalb fragte ich den Projektverantwortlichen, ob ich ein Fahrzeug aus der Capgemini-Flotte nutzen könne. So begann meine erste Erfahrung mit einem 100 % elektrischen Fahrzeug.
Anfangs sah alles wirklich sehr vielversprechend aus: Capgemini stellte mir einen Audi Q4 Sportback e-tron zur Verfügung, mit einer Batterie von 77 kWh und einer nominalen Reichweite von 573 km.
Großartig – damit würde ich problemlos jeden Tag mit einer einzigen Ladung auskommen. Außerdem, auch wenn die Ladekosten für mich nicht wirklich relevant waren, da im Leasing eine Ladekarte enthalten war, ging ich selbstverständlich davon aus, dass die Fahrt ohnehin deutlich günstiger wäre als mit einem Benziner.
Das Auto war wirklich top. Besonders beeindruckt haben mich zunächst die Konnektivität (ich konnte die Klimaanlage oder die Sitzheizung über mein Handy aktivieren, bevor ich beim Auto ankam), der Tempomat mit Fahrzeugerkennung, der Spurhalteassistent und das Head-up-Display (sehr gut ins Navigationssystem integriert). Und die Beschleunigung eines Elektroautos hatte absolut nichts mit der eines Verbrennungsmotors zu tun. Fantastisch. Ein wirklich hochwertig verarbeitetes und extrem komfortables Auto.
Die erste Überraschung kam bei der Reichweite. Also gut: Ich habe gesagt, die Reichweite beträgt 573 km, richtig? Dann holen wir mal den Taschenrechner raus: Der nominelle Verbrauch liegt laut Hersteller zwischen 18,3 und 15,4 kWh pro 100 km. Okay, nehmen wir also die 77 kWh (Kapazität der Batterie), teilen sie durch diese minimalen 15,4 kWh und multiplizieren sie mit 100 km – und wir erhalten… 500 km. Das wäre die reale Reichweite bei einem Verbrauch von 15,4 kWh. Ich verstehe, dass man diesen Verbrauch vielleicht erreichen könnte, wenn man die Klimaanlage nicht benutzt und… mit welcher Geschwindigkeit genau?
Tatsächlich liege ich bei normaler Nutzung der Klimaanlage und ohne jemals schneller als 120 km/h auf der Autobahn zu fahren bei einem realen Verbrauch zwischen 22 und 20 kWh. Wie bitte? Ja, genau: Ich habe nie eine reale Reichweite von mehr als 400 km erreicht, und im Winter sinkt sie sogar auf 300 km. Ich spreche außerdem von vollständigen Ladungen der Batterie – eigentlich nicht empfehlenswert, wenn man deren Lebensdauer erhalten möchte –, weshalb es mir völlig unmöglich ist, die 320 km mit einer einzigen Ladung zu schaffen. Tja…
Aber damit war das Thema noch nicht erledigt. Wie ich bereits erwähnt habe, verfüge ich über eine Ladekarte. Da ich jedoch keine eigene Ladestation in meiner Garage habe, entschied ich mich dafür, die öffentlichen SWM-Ladesäulen in den Straßen Münchens zu nutzen. Das war die zweite Überraschung. An den Ladesäulen steht nirgends, welcher Tarif angewendet wird, und nach dem Ladevorgang kann man zwar die abgegebene Energiemenge ablesen, aber nicht den Gesamtbetrag. Nun gut: Die SWM-Ladesäulen verlangen stolze 0,69 € pro kWh und bieten dabei maximal 22 kW Ausgangsleistung. Das bedeutet, dass man für das Laden der vollen 77 kWh der Batterie… 53 € bezahlen muss. Für 400 km. Entschuldigung, aber sollte das Laden eines Elektroautos nicht günstiger sein als ein Benziner? Nun ja — offenbar nicht.
Außerdem dauert das Laden natürlich viel länger als das Betanken eines herkömmlichen Autos: Da die Ladesäulen die versprochenen 22 kW nicht liefern — insbesondere, wenn zwei Fahrzeuge gleichzeitig an einer Säule laden — benötigt man zwischen 5 und 6 Stunden, um die Batterie vollzuladen.
reale maximale Reichweite.
damit die Batterie zu laden in einem 11 kw E-Säule.
/ 100 km tatsächlicher Mindestverbrauch.
Fazit: Wir haben ein Elektroauto, das mehr kostet als ein herkömmliches Fahrzeug, eine deutlich geringere Reichweite hat, extrem lange Ladezeiten aufweist und dessen Ladekosten dem Benzinpreis für die gleiche Strecke entsprechen… Wo liegt dann eigentlich der Vorteil des Elektroautos?